StartseiteMitteilungImpressum
Unbenannte Seite
Nachrichten
Unbenannte Seite
CDU-Bonn
Aus den Medien:
Unsere CDU Duisdorf
27. März 2018

  Parteiarbeit an der Basis: Ein Info-Stand der Duisdorfer CDU im Landtagswahlkampf 2017 mit (von links) Enno Schaumburg, Andreas Ritchel, Bert Moll, Anja Poprawka, Marc Müller, Bernhard Schekira, Sabine Kramer, Birgitta Kraus und Helmut Buß.FOTO: HERBE
Bild vergrößert Parteiarbeit an der Basis: Ein Info-Stand der Duisdorfer CDU im Landtagswahlkampf 2017 mit (von links) Enno Schaumburg, Andreas Ritchel, Bert Moll, Anja Poprawka, Marc Müller, Bernhard Schekira, Sabine Kramer, Birgitta Kraus und Helmut Buß.FOTO: HERBE
Von Bernd Eyermann

Im April will die neue CDU-Generalsekretärin eine Zuhör-Tour starten. Bis in den Sommer hinein wolle sie ein „intensives Gespräch“ mit Mitgliedern, Anhängern und interessierten Bürgern führen, kündigte Annegret Kramp-Karrenbauer in der vorigen Woche in Berlin an. Es soll der Beginn der Debatte für ein neues Grundsatzprogramm werden. Wichtig dabei sei, dass Fragen, Vorschläge und Impulse von der Basis kämen. Dabei gehe es nicht darum, auf 300 Seiten darzulegen, mit welchen Themen sich die CDU beschäftigt, sondern um die Haltung der Partei, sagte sie im GA-Interview am Samstag.

Was hält die Basis von der Erneuerung der CDU? Wie ist die Stimmung dort? Was muss sich ändern? Gibt es schon konkrete Ideen? Der GA hat sich umgehört. Zum Beispiel bei einer Vorstandssitzung des Ortsverbands Duisdorf – mit rund 150 Mitgliedern einem der größten in Bonn. „Glücklich ist keiner von uns“, sagt Enno Schaumburg, der Vorsitzende, gleich zu Beginn und meint den Koalitionsvertrag. Der Ärger darüber ist noch nicht verraucht, auch wenn die Regierung jetzt zu arbeiten begonnen hat, „zu schwammig formuliert, das Geld wird mit der Gießkanne verteilt“.

Beisitzerin Veronika Stöhr hat sich in der vorigen Wahlperiode immer wieder geärgert, weil die SPD-Minister Andrea Nahles und Heiko Maas mit ihren Themen viel öfter im Fernsehen gewesen seien als die CDU-Minister. „Frau Merkel hat die immer alle machen lassen. Das darf es nicht wieder geben.“ Zur Erneuerung gehört für sie, dass die CDU im Regierungshandeln wieder sichtbarer wird.

Am Vorstandstisch wird munter diskutiert: Ein einfacheres Steuerrecht mit Familiensplitting wird genannt, auch der weitere Abbau der Schulden, mehr Transparenz im Gesundheitswesen und ein besserer Schutz der Rentner vor Armut. Viele Themen für die neue Wahlperiode. Doch mehr als all das bewegt die Duisdorfer Union die Zuwanderungsdebatte.

„Wir als CDU müssen uns klar werden, was wir wollen und wer zu uns kommen soll“, sagt die stellvertretende Vorsitzende Sabine Kramer. Schriftführerin Birgitta Kraus fügt hinzu: „Zuwanderer müssen sich an unsere Gesetze halten und die Sprache lernen.“ Parallelgesellschaften müsse Einhalt geboten werden, verlangt Veronika Stöhr, und Bernhard Schekira fordert, dass andere EU-Staaten mehr Zuwanderer aufnehmen. Ein Plädoyer für eine konservativere CDU? „Ja“, sagt Schaumburg, der Vorsitzende. „Das kommt auf das Thema an“, meint seine Stellvertreterin Kramer. Der 20-jährige Tillmann Verbeek hält es da eher mit Armin Laschet, der die christlich-sozialen Wurzeln der CDU gestärkt sehen will. Drei Mitglieder, drei Meinungen. Nicht nur der alte und neue Koalitionspartner SPD hat Richtungsdebatten.

Doch welche Akzente will die Duisdorfer Basis setzen im Blick auf das Grundsatzprogramm? „Sätze wie 'Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben' reichen nicht“, sagt Beisitzer Bert Moll. „Die CDU muss sich kritischer mit der demografischen Entwicklung beschäftigen.“ Hört sich theoretisch an, ist aber konkret. Der 54-jährige Ratsherr kennt das Thema als Referatsleiter im Bundesarbeitsministerium. „Wenn immer mehr Menschen ins System drängen und die Bevölkerungspyramide zunehmend auf dem Kopf steht, kann das Rentenniveau nicht so gehalten werden wie bisher.“

Auch bei der Pflege sieht Moll Nachholbedarf: „Wir haben doch überhaupt keine Antworten darauf, wie wir damit umgehen, dass es immer mehr ältere Menschen geben wird.“ Solche unbequemen Wahrheiten müsse die CDU aussprechen – und natürlich Antworten geben. Im Regierungshandeln und in der Diskussion um das neue Grundsatzprogramm. An dem will man sich auf jeden Fall beteiligen.

Jamaika-Koalition

Version 5.00 vom 10. Mai 2006 - © Andreas Niessner